Business Casual, Casual, Smart Casual?! Es gibt die Dress Codes für den Berufsalltag. Doch welcher Kleidungsstil ist wann erwünscht? Welches Hemd und welcher Anzug sollte zu welchem Anlass getragen werden? Was bedeuten die unterschiedlichen Dress Codes eigentlich?

Warum gibt es Dress Codes?

Dress Codes geben vor, welche Kleidung zu privaten, beruflichen, kulturellen oder geschäftlichen Anlässen getragen werden sollen. Dabei handelt es sich nicht um festgeschriebene Gesetze, sondern schlicht um - meist ungeschriebene - Konventionen. Dress Codes unterstützen die Erwartungshaltung eines Gast- oder Arbeitgebers eines Events. Jedoch sind diese Dress Codes nicht überall gleich und sie können von Land zu Land sehr verschieden sein. Auch haben sich die Dress Codes von Zeit zu Zeit verändert und unterliegen auch selbstverständlich dem aktuellen modischen Bewusstsein der Bevölkerung.
Die unterschiedlichen Dress Codes klingen alle sehr ähnlich und meist nicht eindeutig. Dennoch sollte der stilsichere Arbeitnehmer alle verstehen und sich immer angemessen kleiden können. 

Anzug mit Hut

Sind Dress Codes Pflicht?

Heutzutage wird vieles immer lockerer und die erwünschten Dress Codes sind nicht mehr so strikt wie sie es einmal waren. Gerade in den Vereinigten Staaten werden die Dress Codes im Berufsalltag immer unwichtiger. Allerdings sind Dress Codes etabliert und zeigen Regeln und Signale, je nach Kleidung die getragen wird und wie sie getragen wird.

Wenn jedoch ein Dress Code vorgegeben wird, sollten Sie sich in jedem Fall daran halten. Sind Sie sich nicht sicher, was sie tragen sollen, wählen Sie lieber ein Outfit, dass formeller ist, als angegeben, ihr Sakko oder die Krawatte können Sie in jedem Fall immer wieder ablegen, falls nötig.

Dress Code #1 Business formal

Unter dem Dress Code Business formal oder nur Business wird die allgemeine Kleidung verstanden, die im Büro getragen wird. Diese ist jedoch wiederum abhängig von der Position der Person. Vor allem bei Arbeitnehmern mit viel Kundenkontakt und Menschen in Führungspositionen wird hier immer ein Anzug mit Hemd und Krawatte erwartet. Dabei sollte der Anzug in einer dunklen Farbe gewählt werden. Das Hemd sollte keine auffällige Musterung haben. Wählen sie eine stille Farbe (weiß oder hellblau), um die eigene Seriosität zu unterstreichen.

Bei hochformellen Anlässen ist ein Dreiteiler mit Anzug, Weste und Hemd Pflicht! Unabdingbar ist bei dieser Kleiderordnung die Krawatte. Im besten Fall greifen Sie auf anthrazit, dunkelgrau, dunkelblau oder schwarze Kleidung zurück. Verzichten Sie in diesem Dress Code auf bunte Farben oder auffällige Muster.
Diesen Look können Sie durch die passenden Manschettenknöpfe perfektionieren! Doch auch hier gilt: Immer dem Anlass angemessen! Keine zu auffälligen Muster. Die Manschettenknöpfe sollten im Business Look nur unterstreichend wirken und kein hervorstechendes Accessoire sein.

Dress Code #2 Casual

Das Gegenteil zum Business Dress Code, ist die Kleiderordnung Casual. Dies ist der lockerste Dress Code von allen. Ins Deutsche übersetzt bedeutet er „lässig“ oder „salopp“. Dieser ist eigentlich ein „non Dress Code“ und Sie könnten in ihrer normalen, bequemen Kleidung erscheinen. Allerdings sollten Sie nicht vergessen, dass Sie in einer Geschäftsumgebung sind. Ihr Auftreten sollte auch in einem Casual Look nie schlampig und unordentlich wirken! Deshalb wird hier wird gehobene Freizeitkleidung erwartet. Das bedeutet, das Hemd darf durchaus farbig sein oder eine Musterung haben. Auch ist beim Casual Look ein Strickpullover oder ein Cardigan erlaubt. Eine Weste oder eine Krawatte wird bei diesem Dress Code nicht erwartet.

Dennoch sollten Sie darauf achten, dass sie nicht zu verspielt gekleidet sind, T-Shirts und kurze Hosen sind in der Regel nicht erwünscht. Je nach Branche ist hier sogar Jeans und Polohemd erlaubt, das müssen Sie je nach Arbeitgeber herausfinden! Dies gilt selbstverständlich auch für alle anderen Dress Codes!

Dress Code #3 Business Casual

Business Casual ist ein Dress Code, der meistens bei lockeren Geschäftsanlässen erwartet wird. Beispielsweise bei einem Business Brunch oder einem internen Meeting. Hier dürfen Sie gerne leger auftreten, sprich farbige Hemden, Polohemd, schöne Pullover sowie Flanell- oder Leinenhosen. Achten Sie darauf, dass ihre Kleidung immer gebügelt ist und keine Falten zeigt! Insgesamt ist dieser Dress Code dem normalen Casual Outfit ähnlich, sollte jedoch etwas seriöser wirken, als der Casual Look. Dies wird der Fall, wenn Sie edle Schuhe mit einem passenden Gürtel kombinieren.

Dress Code #4 Smart Casual

Den Dress Code Smart Casual finden Sie meistens auf Einladungen zu Abendveranstaltungen. Zum Beispiel einem geschäftlichen Dinner, Vorträgen oder einem Geschäftsempfang. Der Begriff smart hat vielerlei Bedeutung. Unter anderem wird darunter ein intelligenter, pfiffiger Look erwartet. Heutzutage ist der Dress Code Smart Casual zwischen Sportlich und Elegant anzusiedeln. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Sie Turnschuhe tragen könnten!


Bei dieser Kleiderordnung treten Sie im besten Fall in einem lockeren Anzug auf. Wenn Sie mögen, dürfen Sie aber Krawatte und Sakko ablegen und im Hemd erscheinen. Insgesamt kann in diesem Dress Code also eine weniger formale Geschäftskleidung oder elegante Freizeitkleidung getragen werden. Achtung: Als No Go gilt es jedoch auch heutzutage noch braune Kleidung zu tragen! Bedienen Sie sich lieber dunkleren Farben, um auf der sicheren Seite zu stehen.

Geschäftsmänner

Dress Code #5 Informal

Der Dress Code Informal ist stark irreführend. Es ist keine Freizeitkleidung erwünscht! Auch hier ist elegante Kleidung angemessen, sprich ein Anzug. Als absoluter Fauxpas gilt: ein Anzug mit dominanten Muster, farbige oder auffällige Anzüge, Jeans, Cord- oder Lederhose oder das Tragen eines T-Shirts. Tragen Sie auf keinen Fall Herrensandalen oder Turnschuhe. Die Kleiderwahl beim informellen Dress Code ist etwas schwierig. Denn Sie sollten darauf achten, weder zu elegant noch zu salopp zu erscheinen. Ein Beispiel für einen perfekten informellen Look, ist ein Anzug mit einem hellen Hemd (dies ist im Geschäftsumfeld immer langärmlig!). Kombinieren Sie dies mit dunklen (Leder-) Schuhen sowie dem passenden Gürtel.

Dress Code #6 Black Tie

Black Tie, oder auch „Cravate noire“ ist einer der ältesten Dress Codes überhaupt. Dieser ist für hochoffizielle Abendveranstaltungen gedacht. Generell gilt auch hier, dass dunkle Kleidung als festlicher angesehen ist, als helle. Dieser Dress Code ist einer der einfachsten, da für den Mann exakt vorgegeben ist, was er zu tragen hat!

Es wird in diesem Dress Code erwartet, dass Sie in einem Smoking inklusive Kummerbund erscheinen, diesen kombiniert mit einer schwarzen Fliege. Eine Krawatte oder eine andersfarbige Fliege sind zum Smoking immer ein absoluter Fauxpas! Ein Smoking unterscheidet sich von einem normalen Anzug durch einen Seidenstreifen am Hosenbein. Zusätzlich wird immer eine Weste und der Kummerbund kombiniert. Einzige Ausnahme: Falls ihr Smoking ein zweireihiges Jackett hat, kann entweder die Weste oder der Kummerbund weggelassen werden.

Achten Sie hier auf die passenden Schuhe sowie Manschetten Knöpfe. Dadurch können Sie ihr gesamtes Outfit perfektionieren!

Dress Code #7 White Tie

Noch strikter als beim Black Tie, ist es beim White Tie Dress Code. Hier wird absolute Eleganz gefordert! Diese Kleiderordnung könnte als die feierlichste überhaupt angesehen werden. Zu Deutsch wird „White Tie“ oftmals mit „großer Abendanzug“ übersetzt. Dieser Dress Code ist jedoch auch einer der am seltensten gewünschte und wird beispielsweise nur bei hochoffiziellen Staatsempfängen getragen.

Ein schwarzer Frack ist Pflicht – dazu eine weiße Weste, ein weißes Hemd mit Stehkragen und verdeckter Knopfleiste, eine weiße Fliege und elegante Lackschuhe. Ein Frack besteht aus dem Jackett, auch Rock genannt, und der Frack Hose. Die Besonderheit beim Rock ist, dass dieser vorne kurz und hinten lang ist und hinten zwei Spitzen aufweist. Zudem hat dieser zwar Knöpfe, diese haben allerdings nur einen dekorativen Zweck und werden nicht zugeknöpft. Im Gegensatz zur Smoking Hose, hat die Frack Hose zwei Seidenstreifen pro Hosenbein und hat keinen Aufschlag.

Was mache ich, wenn ich „underdressed“ erscheine?

Achten Sie darauf, dass Sie in Geschäftsumgebungen immer in einem langen Hemd erscheinen! Dies ist für sämtliche Anlässe und Dress Codes akkurat. Zudem sollten Sie immer Wert auf ein gepflegtes Äußeres legen. Falls sie tatsächlich einmal underdressed erscheinen, wissen Sie es das nächste Mal besser. Lernen Sie aus ihren Fehlern! Jedoch haben Sie heutzutage Glück, die Dress Codes sind nicht mehr so strikt wie früher.

Es gilt natürlich, dass Sie sich im besten Fall im Vorhinein informieren, welche Kleidung in ihrer Firma zu welchen Anlässen erwünscht ist. Noch einmal: Es ist grundsätzlich immer besser, overdressed zu erscheinen! Auch, wenn Sie sich unsicher sind, was Sie tragen sollen. Es ist in jedem Fall einfacher ein Outfit lockerer wirken zu lassen. Zum Beispiel indem Sie Krawatte oder Sakko ablegen. Schwieriger wäre es ihren Look seriöser zu machen.

Weißer Anzug mit Fliege

Good to know

Falls Sie underdressed zu einer Veranstaltung erscheinen, können Sie wenigstens durch interessante Fakten zum Dress Code glänzen!

  1. Früher, vom Mittelalter bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts waren Dress Codes sehr wichtig für die Gesellschaft. Im Mittelalter wurden diese vom Adel benutzt, um sich von der Arbeiterklasse zu unterscheiden. Wer hier nicht im absolut angemessenen Outfit erschien, galt als gesellschaftlicher Fauxpas.
  2. Aktuell gibt es eine starke Debatte in Amerika über die Dress Codes, speziell Schuluniformen an Schulen. Hier wird stark über die passende Kleidung, vor allem bei Mädchen diskutiert. Anlass sind die Diskussionen darüber, wie aufreizend ein Mädchen in der Schule gekleidet sein darf. Das Problem: Mädchen in freizügiger Kleidung lenken ihre männlichen Mitschüler ab.
  3. Es gibt auch umgekehrte Dresscodes, die sogenannten „Undress Codes“. Diese gelten in Saunen oder Schwimmbädern. Sie untersagen Menschen, sich in bestimmten Bereichen zu verhüllen. Darunter fällt aber auch beispielsweise das Gebot, an manchen Orten keine Schuhe zu tragen.