Wie wächst Baumwolle eigentlich? Auf großen Plantagen. Die Pflanzen sind oft nicht höher als einen Meter, sie blühen jedes Jahr. An der Pflanze wachsen walnussgroße Früchte. Diese platzen nach der Reife auf. In der aufgeplatzten Frucht befindet sich ein faustgroßes Büschel aus feinen, weißen (oder farbigen), bis zu fünf Zentimeter langen Samenhaaren – die Baumwollfaser. In Form von Wattebäuschen ist die reine Baumwollfaser auch bei uns zu finden.

Die Baumwollpflanze
Baumwollpflanzen sind Sträucher, die zur Familie der Malvengewächse (Malvacae) gehören. Es gibt mindestens 300 verschiedene Baumwollarten. Im Moment werden jedoch weltweit nur vier Sorten angebaut. Die Baumwollpflanze ist ursprünglich eine mehrjährige Pflanze. Mittlerweile wurden jedoch auch einige einjährige Sorten gezüchtet, die besonders ertragreich sind. Ihre Blätter sehen Weinblättern ähnlich aus und haben gelbe, weiße oder purpurrote Blüten.

Baumwolle

Anbau von Baumwolle
Der Anbau von Baumwolle ist von mehreren Faktoren abhängig: Je nach Land, klimatischen Bedingungen oder Bodenbeschaffenheit gibt es Unterschiede. Beim Wasserverbrauch sind die Unterschiede sehr groß. In der Regel wird versucht die Vegetationszeit auf die Regenzeiten abzustimmen. In Anbaugebieten, in denen kein Regen fällt, bedarf es jedoch einer künstlichen Bewässerung. So liegt der Wasserverbrauch pro Kilo in Israel bei 7.000 Liter, im Sudan hingegen bei 29.000 Litern.

Der Bedarf an Baumwolle ist groß: Weltweit werden jedes Jahr 20 Millionen Tonnen Baumwolle produziert. Zur Erhöhung der Erträge je Hektar werden die Stauden häufig in riesigen Monokulturen angebaut. Der Anbau erfolgt unter hohem Einsatz von Energie, Wasser und Düngemitteln. Es gibt jedoch eine umweltschonende Alternative zur Monokultur: Den biologischen Anbau. Auch hier werden Pflanzenschutzmittel und Dünger eingesetzt, allerdings wird auf chemische Dünger verzichtet. Anstatt Schädlingsbekämpfungsmittel werden beispielsweise Fangpflanzen eingesetzt, die für Insekten attraktiver sind als Baumwolle.

Baumwolle fur T-shirts

Erntezeit für Baumwolle
Die Erntezeit beginnt, wenn die Baumwollkapseln auf den Feldern aufplatzen und die weißen Faserbüschel herausquellen. Die Ernte kann per Hand oder mit der Maschine erfolgen.

Beim Handpflücken sammeln die Pflücker/innen nur die vollreifen Faserbüschel ein. Dabei wird sehr oft bereits die saubere, einwandfreie Baumwolle von verschmutzten, verfärbten oder beschädigten Büscheln getrennt. Auf den riesigen Baumwollplantagen in Argentinien, den USA aber auch in China wird hingegen meist maschinell geerntet. Bei allen maschinellen Ernteverfahren ist die Baumwolle verschmutzt und muss daher später noch gereinigt werden. Aufgrund des Anteils noch unreifer Kapseln ist außerdem der Feuchtigkeitsgehalt höher, weshalb vor dem Verpacken noch eine Nachtrocknung durchgeführt werden muss. Obwohl die Qualität der maschinengepflückten Baumwolle schlechter ist, sind Pflückmaschinen auf großen Plantagen gegenüber der Handarbeit viel schneller und damit kostengünstiger.

Ertnezeit fur baumwolle

Fast alle Teile einer Baumwollpflanze werden verwendet
Die Samenschalen werden zu Futter oder Treibstoff verarbeitet. Aus den Samen selbst wird Impfmaterial oder Öl rausgepresst. In Produkten wie Mayonnaise, Margarine oder Kochöl ist häufig Baumwollöl enthalten, auch in, Kosmetika, Seifen, Gummi und sogar Sprengstoff wird dieses verwendet. Die restlichen Flusen werden zu Watte und Tampons verarbeitet. Die kurzen Baumwollfasern werden meist von der langen getrennt. Der Kurzen dienen als Rohstoff für Papier. Lange Baumwollfasern werden zu dem Stoff verarbeitet, aus dem später unsere Kleidung hergestellt wird.